Läufer Ditzinger Lebenslauf Kind beim Ditzinger Lebenslauf

6. Ditzinger Lebenslauf vom April 2004

Von Christine Bilger Leonberger Zeitung

..Was ist 36 mal vier?“, fragt ein Jugendlicher seine Sponsoren. die mit einem Bündel Geldscheine bereit stehen. um ihr versprochenes ”Kilometergeld“ zu bezahlen. Nach diesem Prinzip wird in Ditzingen Geld gesammelt. Jeder Einzelläufer und jede Gruppe suchen sich Geldgeber. die für jeden gelaufenen Kilometer eine bestimmte Summe zusagen. Ob Oma, Tante, Eltern oder Firmen, stets haben alle Sponsoren eine gute Zahlungsmoral bewiesen, lobt Manfred Schröder Der Vorsitzende des Mukoviszidose Vereins Baden-Württemberg ist am Sonntagnachmittag zwar ganz schön im Stress, aber auch überglücklich. Schließlich zeichnet sich bereits um 15 Uhr ein neuer Teiloehmerrekord ab.

“Der Ditzinger Lebenslauf ist mein wichtigster Lauf“ sagt Jürgen Deeg. Eigentlich passt sein Langstreckenlauf von über 60 Kilometern gestern nicht in die Vorbereitung auf die deutsche Marathonmeisterschaft bei der er kommendes Wochenende in Hannover antreten will. Doch für den guten Zweck riskiert er, dass er die 42 Kilometer in Niedersachsen kommende Woche eben ein paar Minuten schlechter läuft als sonst.

Sabine König, gesponsert vom Stuttgarter Lions Club Schlossgarten, ist die Frau, die gestern mit 70 Kilometern am weitesten lief. Pech hatte Marcus Schulz, der zwei Tage vorm Lebenslauf ausrutschte und sich den Fuß verstauchte. ”So dick war der“, beschreibt Manfred Schröder den Besorgnis erregenden Zustand des Fußes. Doch Marcus Schulz ließ sich nicht vom Start abhalten. Trotz Verletzung schafft er 74 Kilometer.

Gert Heinrich schafft 93,5 Kilometer. Er hält den Lebenslauf-Rekord mit 94 Kilometern Nicht allein die Höchstleistungen bringen Manfred Schröder zum Strahlen, wenn er im Start- und Zielbereich ein paar Minuten Zeit hat, die Läufer zu beobachten. Schulklassen und Kollegen feuert er an, und ein ums andere Mal kommen Läufer und Gäste auf ihn zu, die Hilfe anbieten, etwa beim Abbau. Schröder nimmt dankend an, denn schließlich sind die Helfer schon seit kurz nach sechs am Sonntagmorgen auf den Beinen. Denn die Helfer haben alle Hände voll zu tun Ob sie Urkunden ausfüllen, die Gummibänder an den Stationen verteilen, mit denen die Runden gewertet werden oder entlang der Strecke wachen – jeder trägt sein Teil dazu bei, die Krankheit Schritt für Schritt zu bekämpfen.

DITZINGEN 2500 Menschen drehen in der Ditzinger Glemsaue ihre Runden, eine schwer kranke Frau wächst über sich hinaus, und ein Adressbuchverlag macht der Polizei Beine. All dies hat es beim gestrigen Lebenslauf zu Gunsten des Mukoviszidosevereins gegeben.

Von Eberhard Wein Stuttgarter Nachrichten

Wozu eigentlich dieses Großaufgebot der Polizei? Vor dem Ditzinger Schulzentrum treffen sich Läufer aller Altersgruppen und Schrittgeschwindigkeiten, sammeln auf den beiden ausgeschilderten Strecken ihre Kilometer und stellen sich in die Schlange vor der Essensbude, um sich einen Teller Maultaschen zu kaufen, die die Firma Bürger gestiftet hat.

Es herrscht die Atmosphäre einer sportlich -friedlichen Freilufthocketse. Die Polizei muss da bestimmt nicht eingreifen. Und doch stehen 38 Polizisten bereit und warten auf ihren Einsatz. Der ist allerdings privater Natur. Die Firma Schober Direktmarketing aus Hirschlanden hat zugesagt. für jeden Polizisten, der sich am Lebenslauf beteiligt, 50 Euro an den veranstaltenden Mukoviszidoseverein zu spenden. Bis zu 1500 Euro sei er bereit zu überweisen, hatte der Firmenchef Klaus Schober versprochen. Wir wussten also, wir brauchen 30 Kollegen., sagt Polizeihauptkommissar Andreas Misteie. Diese Zahl wurde deutlich übertroffen.

Das halbe Ditzinger Polizeirevier und einige von der Autobahnpolizei sind hier. Als sich die Ordnungshüter in ihren olivgrünen Polizei T-Shirts am Start aufstellen hat Bettina Andelfinger ihr Pensum schon geschafft. Vier rote und vier weiße Gummis hat sie entlang der Strecke kassiert. Jeder steht für einen Kilometer. „Ich bin stolz“, sagt sie. Aus ihrem Rucksack führen kleine Gummiröhrchen bis zu ihrer Nase. Obwohl sie nur im gemütlichen Schritttempo über die Strecke gegangen ist. Hätte sie es ohne das Sauerstoffgerät auf dem Rücken wohl nicht geschafft, Ihre Lungenkapazität ist auf 34 Prozent eines Erwachsenen geschrumpft. Seit Bettina Andelfinger 13 jahre alt ist, weiß sie, dass sie an Mukoviszidose leidet. Älter als 18 wirst du nicht“, wurde ihr damals gesagt. Auch dank guter therapeutischer Hilfe ist sie inzwischen 37 jahre alt geworden, hat sich Lebensfreude bewahrt und einen gesunden Sohn bekommen. Ich habe mir immer Ziele gesetzt“, sagt sie. Eines war, dass sie sehen wollte, wie ihr Sohn laufen lernt. Jetzt wird er 14 und darf hoffentlich auch in den nächsten Jahren seine Mutter beim Lebenslauf laufen sehen.

Lebenslauf mit neuem Rekord – Zirka 2540 Läufer dabei

DITZINGEN Luwigsburger Kreiszeitung

(kris) -Ganz Dltzlngen schien gestern auf den Beinen zu sein, und das hatte auch seinen Grund: der Mukovlszldose-Lebenslauf fand zum 6. Mal statt. Insgesamt 2540 Läufer waren dabei. Ein neuer Rekord: denn Im vergangenen Jahr waren es 200 weniger. Allenthalben kamen einem Menschen in Thainingskleidung und Laufschuhen entgegen. Vom Grundschüler bis zum Rentner. Einige nutzten die Benefizveranstaltung zugunsten Mukoviszidose-Kranker, um ihre sonntägliche Joggingrunde zu erlaufen. Gestern taten sie das eben für einen guten Zweck, denn pro Kilometer ging ein gewisser Betrag auf das Konto des Mukoviszidose-Vereins. Mit dabei war auch Klaus Franke aus Kernen, der zum ersten Mal beim Lebenslauf seine Runden durch den Stadtpark drehte. „Ich wäre sonst auch Joggen gegangen. Es ist doch egal, wo ich das tue“, meinte er. Der 43-jährige war mit seinen Kindern in Dltzingen. Die sind im Leichtathletikverein Kernen, der mit einer ganzen Busladung voll Läufern aus dem Remstal angereist war. Schulklassen, Sportschulen und Firmengruppen waren gestern unter anderem beim Lebenslauf dabei, berichtete Organisator Manfred Schröder. Aber auch viele Einzelläufer, so wie die beiden zwölf Jahre alten Ditzingerinnen Denlse und Sonja, die zwei Runden gelaufen sind, weil’s für einen guten Zweck ist. Auch 38 Beamte vom Ditzinger Polizeirevier und der Autobahnpolizei waren gestern dabei. Sogar Muko- viszidose-Kranke gingen an den Start, so wie eine 40-jährige die mit Sauerstoffflasche auf dem Rücken antrat. „Das finde ich ziemlich klasse“, drückt Manfred Schröder seine Bewunderung aus. Nach einem Startschuss konnten die Läufer zwischen einer zwei und 3,5 Kilometer langen Strecke wählen. Gummibändchen bekamen die Läufer, je nachdem welche und wie viele Runden sie gelaufen waren. Dieses System sei wesentIich unkomplizierter, als ein elektronisches Zählsystem, so Schröder. Natürlich gab es auch eine Stärkung für die Läufer. Dafür sorgten 800 Kilogramm Obst und fünf Paletten Mineralwasser. Den bisherigen Rekord beim Lebenslauf hält Gerd Heinrich
mit 93,4 Kilometern. Brechen wollte ihn der 26-jährige Marcus Schulz. Er hatte sich eine Strecke von 100 Kilometern als Ziel gesteckt. „Vor zwei Tagen hat er sich aber den Fuß verstaucht, ich glaube nicht, dass er das schafft., befürchtete Manfred Schröder. Schulz er lief trotz geschwollenen Fußes 74 Kilometer. Bei den Frauen schaffte Sabine König 70 Kilometer. Ebenfalls im Strohgäu fand gestern der 19. Gerlinger Solitudelauf statt.

Ditzingen -Rund 2500 Menschen, vom Kindergarten- bis zum Seniorenalter, schnürten gestern beim sechsten Lebenslauf für Mukoviszidose-Kranke die Turnschuhe Dabei “erliefen“ sie 60000 Euro zu Gunsten der Betroffenen. Das ist neuer Rekord.

VON LOTTE SCHNEDLER Stuttgarter Zeitung

Mukoviszidose ist eine Stoffwechselerkrankung, die körpereigene Sekrete verdickt, am meisten die der Lunge. Die Kranken haben eine Lebenserwartung von 32 Jahren. Sie setzen auf die Forschung, die mit einem Teil der erlaufenen 60 000 Euro gefördert werden soll, sowie auf zwei ambulante Physiotherapeuten und eine halbe ArztsteIle in der Muko-Ambulanz des Stuttgarter Olgäle. Das erklären Manfred Schröder, Landesvorsitzender des Mukoviszidose-Vereins, und Ehefrau Elke, Sprecherin der Regionalgruppe Ludwigsburg/Heilbronn. Der Sonntag begann für Familie Schröder morgens um fünf: Jonathan (9) ist ein Muko-Kind, Maximilian (10) ein so genanntes Keks-Kind: Er leidet an einer Kehlkopferkrankung. Beide wollten wieder, mit Pausen, zehn Kilometer laufen. ln den Pausen ersetzten sie mit dem Cousin die blauen Trumpf- Fähnchen, die den Streckenverlauf markierten. Und selbst Oma Helene Schröder, die im Mai 80Jahre alt wird, kam eigens aus Grenzach- Wyhlen: Sie lief bislang noch jedes Mal mit. Alle, die da gemütlich gingen, joggten, walkten oder rund um das Schulzentrum in der Glemsaue liefen, taten das locker in einer Art Verbundenheit Sie hatten sich vorher Sponsoren gesucht, die jede Runde, „belegt“ mit einem Gummibändchen, sponserten Und locker agierten auch die 150 Helfer, inzwischen „erfahrene Hasen“. Fast herrschte Volksfeststimmung mit Popcorn-Duft in der Luft samt gespendeten Würstchen, Maultaschen und Kuchen -alles für den guten Zweck. Wer auf die Strecke ging? Zum Beispiel Lea (10), Isabe1 (9), Carla (7) und Thomas (5), drei Kinder mit ihrer Freundin und den Eltern Petra und Michael Bader aus Unterriexingen, die jedes Mal „für unsere Mukokranke Cousine Simone“ mitmachen: Für jeden der 55,5 Kilometerzahl der Vater einen Euro. Oder Doris (58) und Günther Martin (61) samt Sportkamerad Gino Carbone (68), die 50 Euro aus der Abteilungskasse Jedermann-Sport der TSG Leonberg mitbrachten „Wir sind von Anfang an dabei.“ Und dann noch Markus Schulz (26) aus Stuttgart, der für seinen Chef mit Mukoviszidose-Kind 100 Kilometer laufen wollte. Kurz zuvor verstauchte er sich den Fuß. Trotzdem lief er, erreichte allerdings die angepeilte Kilometerleistung nicht ganz.

Ein herzliches Danke an unsere Sponsoren & Partner

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