Läufer Ditzinger Lebenslauf Kind beim Ditzinger Lebenslauf

5. Ditzinger Lebenslauf vom April 2003

Wieder ein neuer Teilnehmerrekord in Ditzingen: Beim Lebenslauf spielt sogar das Aprilwetter mit

Der fünfte Ditzinger Lebenslauf mobilisierte wieder tausende Läufer und Zuschauer. Dabei werden Spenden für die Erforschung und Therapie von Mukoviszidose gesammelt. Zudem ist die Aufklärungsarbeit wesentlicher Bestandteil der Aktion.

Als die Läufer am Sonntagmorgen auf die Strecke gehen, um die ersten Runden hinter dem Banner des veranstaltenden Mukoviszidose-Vereins zu drehen, ist es empfindlich kalt. Auch ein Blick in den wolkenverhangenen Himmel lässt noch nicht auf einen schönen Tag hoffen.

Von Oliver Schmidtchen Leonberger Zeitung

Darüber macht sich auch Jürgen Deeg Gedanken, der im letzten Jahr 74 Kilometer gelaufen war und dabei 1400 Euro an Sponsorengeldern sammelte: „Ich habe mir ja kühles Wetter gewünscht, aber das hier ist vielleicht ein bisschen zu kalt. Hoffentlich wirkt sich das nicht so stark auf meine Leistung aus“, sagt er. In diesem Jahr hat der 61-Jährige 75 Sponsoren gefunden, die für jeden von ihm gelaufenen Kilometer einen bestimmten Betrag an den Mukoviszidose-Verein überweisen. Die Zahler hat Deeg im Bekannten- und Verwandtenkreis, bei seinem Lauftreff und im Bibelkreis gewonnen, wie er erzählt. „60 Kilometer habe ich mir dieses Jahr mindestens vorgenommen, das reicht dann für 1500 Euro“, ist sich der Ausdauersportler sicher.

Bei der Jogging- und Walkingveranstaltung geht es aber nicht um sportliche Höchstleistungen. Mitmachen kann jeder, der einen Sponsor findet und sich für den guten Zweck engagieren will. Im letzten Jahr sammelte der Mukoviszidose-Verein durch den Lauf 50 000 Euro. Dieses Jahr hofft der Vorsitzende des Landesverbandes Baden-Württemberg und Organisator des Laufs, Manfred Schröder, noch auf eine Steigerung. Das Geld wird für die Therapie der Erbkrankheit verwendet: Am Olgahospital soll eine Arztstelle für an Mukoviszidose erkrankte Kinder mitfinanziert werden, dort werden 120 Patienten behandelt. Die Sporttherapie an der Klinik Schillerhöhe soll unterstützt werden, auch sind Mittel für Forschungszwecke vorgesehen. Schröder, der selbst einen siebenjährigen kranken Sohn hat, erzählt: „Durch die verbesserten Therapiemöglichkeiten steigert sich die Lebenserwartung der Patienten jährlich um ungefähr sechs Monate. Natürlich hoffen wir Eltern, dass die Heilung irgendwann möglich wird.“ Zurzeit beträgt die Lebenserwartung der Mukoviszidose-Patienten 32 Jahre.

Gegen Mittag füllt sich die Strecke zusehends mit Läufern. Die Veranstaltung bietet den Läufern auch die Möglichkeit, als Gruppe zu starten, was gerne angenommen wird. Immer wieder schickt der Rutesheimer Bürgermeister Dieter Hofmann Schulklassen, Kindergartengruppen oder Sportvereine und Laufgruppen aus Betrieben mit einem Startschuss auf die Strecke. Die zwei und dreieinhalb Kilometer langen Rundkurse führen ohne Steigungen durch die Glemsaue. Auch lässt sich die Sonne zusehends öfter blicken. Das hat schon Tradition in Ditzingen, wie Vereinsmitglied Jörg Henseling erleichtert erzählt: „Wir hatten schon oft gutes Wetter trotz schlechter Prognosen.“

Mit geschätzten 2400 Startern gingen wieder mehr Läufer ins Rennen als im Vorjahr. Der Ditzinger Lebenslauf hat sich in kurzer Zeit zur fünftgrößten Laufveranstaltung in Württemberg entwickelt. Der organisatorische Aufwand wird dabei natürlich immer größer, die Unterstützung ist aber immens: „Wie die Bürger und die Verwaltung der Stadt Ditzingen mitmachen, ist super“ sagt Manfred Schröder, „man merkt, dass sie den Sinn sehen und gerne helfen.“ Rund 150 ehrenamtliche Helfer sind mit der Veranstaltung beschäftigt.

Auch für das leibliche Wohl der Läufer und der Gäste ist bestens gesorgt. Die Feuerwehr Schöckingen ist mit ihrer Feldküche vor Ort und hat 1000 Grillwürste und 300 Liter Gulaschsuppe im Angebot. Ein Ditzinger Hersteller bietet 2500 Portionen Maultaschen an, der Erlös wird auch gespendet.

Das Ziel sei aber nicht nur, Spenden zu sammeln, erläutert der Organisator, genauso wichtig sei die Aufklärung über die Krankheit. „Oft fehlt es noch an Verständnis, zum Beispiel, wenn Erkrankte im Beruf zusätzliche Pausen für ihre Atemtherapie brauchen.“ Der Lebenslauf spricht nicht nur die Sportler an, auch die Sponsoren, die Festbesucher und die Helfer werden für das Thema sensibilisiert. Schröder schätzt, dass die Veranstaltung mindestens 15 000 Menschen direkt erreicht. Den Informationsbedarf sieht auch der an Mukoviszidose erkrankte Benjamin Wallberg: „Die Aufklärung über das Thema ist noch zu gering. Lokale Veranstaltungen sind da ganz wichtig. Außerdem ist es einfach schön, dass mit so viel Engagement etwas für uns gemacht wird“, sagt der 23-Jährige.

2500 Menschen laufen für das Leben Stuttgarter Nachrichten

Aktion für Mukoviszidose-Kranke in Ditzingen

Ditzingen – Rund 2500 Menschen sind am Sonntag in Ditzingen für das Leben gelaufen. Mit dem so genannten Lebenslauf wird Geld für an Mukoviszidose Erkrankte gesammelt.

VON LOTTE SCHNEDLER

Mukoviszidose, kurz Muko, ist eine Stoffwechselkrankheit, die vererbt wird und an der in Deutschland knapp 8000 Menschen leiden, vor allem Kinder. Sie ist noch nicht heilbar, man kann sie nur lindern. Muko-Kranke werden heute, trotz lebenslanger Therapie, nicht mal 35 Jahre alt trotz. Doch mit jedem Jahr Forschung und Entwicklung kommt ein halbes Lebensjahr für die Kranken hinzu, sagte am Sonntag Manfred Schröder, Landesvorsitzender der Mukoviszidose e. V. Selbsthilfegruppen, die den Lebenslauf zum fünften Mal organisierten.

Schröder zitierte als Ziel die verstorbene Christiane Herzog von der Mukoviszidose-Stiftung: „Dem Leben Jahre geben und den Jahren Leben.“ Auch Jonathan, dem siebenjährigen Muko-kranken Sohn von Elke und Manfred Schröder. Zeichen für die Krankheit können sein: chronischer Husten, Untergewicht und Verdauungsstörungen. Sicherheit bringt der so genannte Schweißtest.

Gegen 9 Uhr, nach einem kurzen Gottesdienst, starteten die ersten Läufer: Erwachsene, Kinder, Schulklassen wie die 4. Klasse der Ditzinger Konrad-Kocher-Schule, Gruppen wie die 43-köpfige der LEG Baden-Württemberg oder Organisationen wie das Rote Kreuz. OB Michael Makurath führte die Läufer aus dem Rathaus an.

Mit dabei auch Ute Kumpf, SPD-MdB aus Stuttgart, die die Wilhelmsschule aus Ditzingen auf die zwei beziehungsweise 3,5 Kilometer lange Strecke schickte, und Günther Oettinger, CDU-Fraktionsvorsitzender im Landtag, für den der Lauf trotz Umzug nach Stuttgart sozusagen ein Heimspiel war. Unterwegs verteilten rund 150 Helfer nicht nur Obst und Getränke, sondern auch Gummiringe, um belegen zu können, wie viele Runden jeder zurücklegte.

Mit dem erlaufenen Geld – die Teilnehmer haben sich zuvor Sponsoren gesucht – sollen am Olgahospital in Stuttgart, an dem 120 Muko-Patienten von nur einem Arzt betreut werden, eine zusätzliche halbe Arztstelle finanziert und die Sporttherapie in der Lungenfachklinik auf der Schillerhöhe verbessert werden.

Wie viel Geld die gestrige Aktion brachte, steht noch nicht fest. Im vergangenen Jahr waren es laut Veranstalter 50 000 Euro. (s. Historie)

2500 laufen für das Leben

Aktion für Mukoviszidose-Kranke in Ditzingen Sindelfinger Zeitung/Böblinger Zeitung

Rund 2500 Menschen sind am Sonntag in Ditzingen für das Leben gelaufen. Mit dem so genannten Lebenslauf wird Geld für an Mukoviszidose Erkrankte gesammelt. Mukoviszidose, kurz Muko, ist eine Stoffwechselkrankheit, die vererbt wird und an der in Deutschland knapp 8000 Menschen leiden, vor allem Kinder. Sie ist noch nicht heilbar, man kann sie nur lindern.

Muko-Kranke werden heute, trotz Therapie, nicht mal 35 Jahre alt. Doch mit jedem Jahr Forschung und Entwicklung kommt ein halbes Lebensjahr für die Kranken hinzu, sagte am Sonntag Manfred Schröder, Landesvorsitzender der Mukoviszidose e. V. Selbsthilfegruppen, die den Lebenslauf zum fünften Mal organisierten.

Gegen 9 Uhr, nach einem kurzen Gottesdienst, starteten die ersten Läufer: Erwachsene, Kinder, Schulklassen, Gruppen wie die 43-köpfige der LEG Baden-Württemberg oder Organisationen wie das Rote Kreuz. OB Michael Makurath führte die Läufer aus dem Rathaus an. Mit dabei auch Ute Kumpf, SPD-MdB aus Stuttgart, und Günther Oettinger, CDU-Fraktionsvorsitzender im Landtag.

Mit dem erlaufenen Geld – die Teilnehmer haben sich zuvor Sponsoren gesucht – sollen am Olgahospital in Stuttgart, an dem 120 Muko-Patienten von nur einem Arzt betreut werden, eine zusätzliche halbe Arztstelle finanziert und die Sporttherapie in der Lungenfachklinik auf der Schillerhöhe verbessert werden. Wie viel Geld die gestrige Aktion brachte, steht noch nicht fest. Im vergangenen Jahr waren es laut Veranstalter 50 000 Euro. Lotte Schnedler

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